Besteht eine Umtauschpflicht für alte Führerscheine ?

Nein, eine Verpflichtung zum Umtausch besteht derzeit nicht. Inhaber alter Führerscheine genießen Besitzstandsschutz, d.h. ihre alten Führerscheine behalten weiter Ihre Gültigkeit. Neu eingeführt wurden allerdings Befristungen einzelner Fahrerlaubnisklassen, die auch Altinhaber betreffen können. Inhaber alter PKW- und LKW-Klassen sind mit Vollendung des 50. Lebensjahres nicht mehr berechtigt, Fahrzeugkombinationen von mehr als insg. 12 t (Zugfahrzeug max. 7,5 t) zu führen, wenn sie ihren alten Führerschein nicht rechtzeitig umschreiben lassen...


 Was brauche ich für eine Führerschein-Umschreibung ?

Den neuen EU-Führerschein können Sie in der für Sie zuständigen Führerscheinstelle (meist beim Einwohnermeldeamt etc.) umschreiben lassen bzw. freiwillig eintauschen. Vorzulegen ist der alte Führerschein, ein Personalausweis und ein aktuelles Paßbild im Format 35 x 45 mm, das den Antragsteller ohne Kopfbedeckung im Halbprofil zeigt. Für den Umtausch wird eine Verwaltungsgebühr von 47 DM erhoben.


 Wie lange dauert die Probezeit als Fahranfänger bzw. nach bestandener Führerscheinprüfung ?

Beim erstmaligen Erwerb einer Fahrerlaubnis wird diese mit Ausnahme der Klassen M, L und T für die Dauer von 2 Jahren auf Probe erteilt (sog. Fahrerlaubnis auf Probe). Wenn Sie jedoch während der Probezeit wegen Verkehrsvergehen ein Aufbauseminar für Kraftfahrer besuchen müssen, verlängert sich die Probezeit einmalig um zwei Jahre.


 Ich habe einen neuen EU-Führerschein. In Feld 12 stehen so komische Zahlen. Was bedeuten diese Nummern ?

In Feld 12 des neuen EU-Führerscheins werden Beschränkungen, Auflagen und Zusatzangaben in Form von Schlüsselzahlen (Codierungen) eingetragen. Bei der Ausstellung des Führerscheins ist der Inhaber über die Bedeutung der eingetragenen Schlüsselzahlen zu informieren. Die Bedeutung der einzelnen Schlüsselzahlen ergibt sich aus Anlage 9 der Fahrerlaubnis-Verordnung.


 Werden die Punkte in Flensburg generell zwei Jahre nach dem Eintrag gelöscht ?

Nein, so einfach ist das nicht. Hier eine ganz kurze Darstellung der Tilgungsfristen des Verkehrszentralregisters (VZR): Die Punkte im VZR werden in der Regel nach 2 Jahren für alle Ordnungswidrigkeiten, nach 5 Jahren für Straftaten oder mehrere begangene Ordnungswidrigkeiten und nach 10 Jahren für Alkoholstraftaten mit Führerschein-Entzug getilgt. Die gesetzlichen Regelungen sind natürlich sehr viel genauer formuliert (vgl. § 29 StVG). Hinweis: Die freiwillige Teilnahme an einem Aufbauseminar für Kraftfahrer stellt neben den gesetzlichen Tilgungsfristen eine weitere Möglichkeit zum Abbau von bis zu 4 Punkten dar.


 Wie kann ich die Anzahl meiner Punkte in "Flensburg" minimieren ?

Durch den freiwilligen Besuch eines Aufbauseminars für Kraftfahrer in einer Fahrschule werden Ihnen bei einem Punktestand von bis zu 8 Punkten insg. 4 Punkte erlassen. Bei 9 bis 13 Punkten werden nur noch 2 Punkte erlassen. Zu empfehlen ist deshalb, bereits bei einem Punktestand von bis zu 8 Punkten freiwillig an einem Aufbauseminar teilzunehmen, um damit 4 Punkte erlassen zu bekommen.

 Darf ich mit meinem alten "3er" jetzt nur noch Fahrzeuge bis 3,5 t fahren ?

Nein, Altinhaber der Klasse 3 (BRD) können selbstverständlich weiterhin Kraftfahrzeuge bis 7,5 t führen. Die Beschränkung auf nur noch 3,5 t ergibt sich lediglich im Fall einer Neu- oder Ersterteilung einer neuen PKW-Fahrerlaubnis, nämlich der Klasse B. Wer auch heute als Fahranfänger KFZ bis 7,5 t führen will, benötigt die Fahrerlaubnis der neuen Klasse C1.


 Welche Führerscheinklassen erhalte ich, wenn ich jetzt meinen Führerschein der alten Klasse 3 (BRD) umtausche ?

Sie erhalten folgende Fahrerlaubnisklassen erteilt: B, BE, C1, C1E, M und L. Desweiteren erhalten Sie bei Führerscheinerwerb vor dem 01. April 1980 zusätzlich die Klasse A1 sowie die Klasse T, jedoch nur auf Antrag für Personen die in der Land- und Forstwirtschaft tätig sind. Eine Einschränkung gibt es allerdings. Für dreiachsige Fahrzeugkombinationen über 12 bis 18,5 t, die noch mit dem alten "3er" geführt werden durften, wird nun die Fahrerlaubnis der Klasse CE mit entsprechender Beschränkung (Schlüsselzahl Nr. 79) erforderlich. Diese kann auf Antrag bei der Umschreibung berücksichtigt, d.h. erteilt werden (Besitzstandsschutz).


 Was bedeutet die Schlüsselzahl 78 auf meinem neuen Führerschein ?

Ganz einfach, Sie haben Ihre Führerscheinprüfung auf einem Fahrzeug mit Automatikgetriebe abgelegt (Schlüsselzahl Nr. 78). Daher dürfen Sie auch nur ein solches Fahrzeug im Straßenverkehr führen. Sollten Sie aber trotzdem ein PKW mit Schaltgetriebe führen, ist dies gleichbedeutend mit dem Fahren ohne Fahrerlaubnis. Die Bedeutung der einzelnen Schlüsselzahlen ergibt sich aus Anlage 9 der Fahrerlaubnis-Verordnung.


 Muß für die Klasse BE (PKW mit Anhänger) die Prüfung wirklich zweimal gemacht werden ?

Ja und Nein. Um (später) PKW mit Anhänger führen zu dürfen wird zunächst einmal die bestandene praktische Prüfung in der Klasse B notwendig. Hiernach kann dann, sofern dies die gewünschte Fahrzeugkombination erfordert, in einer gesonderten praktischen Prüfung (also der zweiten) zur Klasse BE erweitert werden. Eine "zweite" theoretische Prüfung zur Erweiterung von Klasse B auf BE ist dagegen nicht erforderlich. Mehr Informationen befinden sich auf den Seiten zu den Themen: Theoretischer Unterricht und Praktischer Fahrunterricht.


 Kann in Ausnahmefällen das Führen eines Fahrzeugs der Klasse B auch schon mit 16 oder 17 Jahren genehmigt werden ?

Eine gesetzliche Regelung zur "vorgezogenen Lenkberechtigung B" für Personen ab dem 16. Lebensjahr wurde in der Bundesrepublik nicht eingeführt. Als einziger europäischer Mitgliedsstaat haben dies die Östereicher mit dem neuen Fahrerlaubnisrecht ab dem 01.03.1999 zugelassen. Eine Ausnahme gibt es allerdings, so kann im Rahmen einer Ausbildung zum Berufskraftfahrer u.a. die Klasse B bereits mit 17 Jahren erworben werden (FeV § 10). Voraussetzung hierfür ist jedoch die Vorlage eines positiven MPU-Gutachtens. Die Fahrerlaubnis wird lediglich auf Fahrten im Rahmen des Ausbildungsverhältnisses beschränkt.


 Ich habe vor dem 01. April 1980 den Führerschein der Klasse 3 gemacht und durfte bisher Motorräder bis 125ccm führen. Darf ich das auch noch nach dem 01. Januar 1999 ?

Ja selbstverständlich, auch für Führerscheininhaber der Klasse 3 (BRD) gibt es Besitzstandsschutz, d.h. Sie sind jetzt automatisch im Besitz der neuen Klasse A1 und damit zum Führen von "125ern" berechtigt. Sie können deshalb auch nach dem 01. Januar 1999 Leichtkrafträder bis 125ccm führen. Für Personen die im April 1980 oder später den "3er" gemacht haben gilt jedoch weiterhin: Das Führen von Leichtkrafträdern bis 125ccm ist nur dann erlaubt, wenn Sie neben der alten Klasse 3 zusätzlich im Besitz einer Fahrerlaubnis der alten Klasse 1b sind. Wenn nicht, ist die Fahrerlaubnis der neuen Klasse A1 erst noch zu erwerben...


 Ich habe 1976 die Klasse 3 gemacht. Wegen eines Alkoholdeliktes wurde mir der Führerschein für 9 Monate entzogen. Der neue Führerschein wurde ausgestellt mit Datum 11/1980. Bin ich trotzdem für die Klasse A1 berechtigt ?

Ihr im November 1980 ausgestellter Führerschein ist wie eine Neuerteilung zu betrachten. Dies ist einer Ersterteilung gleichzusetzen, d.h. es gilt die in 11/80 geltende Gesetzeslage. Bei Umschreibung Ihres jetzigen Führerscheins der Klasse 3 auf den neuen EU-Führerschein erhalten Sie demnach folgende Klassen: B, BE, C1, C1E, M und L. Die Klasse A1 wird nicht erteilt. Mit Ihrem ersten "3er", ausgestellt 1976 (also vor 04/80), hätten Sie den A1 noch erhalten. Pech gehabt!


 Kann ich mit Führerschein Klasse B auch einen kleinen Roller oder ein Mofa fahren ?

Mofas können selbstverständlich mit Klasse B (PKW bis 3,5 t) geführt werden. Für einen "Roller" (dazu gehören auch Leichtkrafträder bis 125 ccm) wird allerdings zumeist die Klasse A1 erforderlich. Mit Klasse B dürfen Sie grundsätzlich Kleinkrafträder und Fahrräder mit Hilfsmotor der Klasse M (in Klasse B enthalten) führen, d.h. Zweiräder mit einem Hubraum von bis zu 50 ccm und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von max. 45 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit darf sogar 50 km/h betragen, wenn sie bis zum 31. Dezember 2001 erstmals in den Verkehr gekommen sind.


 Darf ich mit dem alten Führerschein der Klasse 3 ein KFZ (7,49t) mit 2-achsigen Anhänger fahren, ohne den Führerschein umschreiben zu müssen ?

Ohne Umschreibung - Nein! Mit der alten Klasse 3 (BRD) dürfen mehrspurige Kraftwagen bis 7,5 t und Gespanne mit zulassungspflichtigen Anhängern mit bis zu drei Achsen geführt werden. Das Gewicht des Anhängers darf das 1,5-fache der Leermasse des Zugfahrzeugs (Geländewagen, Lkw mit durchgehender Bremsanlage) oder ggf. das zulässige Gesamtgewicht eines Pkw nicht übersteigen (vgl. § 42 Abs. 1 StVZO). Das maximale Gewicht des Anhängers darf hierbei 11 t nicht überschreiten (vgl. § 34 Abs. 4 Nr. 3 Buchstabe a StVZO). Mit der alten Klasse 3 dürfen Kombinationen bis 18,5 t geführt werden. Die Begrenzung auf drei Achsen wurde zwar am 01.01.1999 durch das neue Fahrerlaubnisrecht aufgehoben, jedoch kommen Sie mit Ihrem alten "3er" - auch nach Umschreibung - nicht komplett in den Genuß dieser neuen Regelung. Nach Umschreibung Ihres alten Führerscheins besteht nun aber immerhin die Möglichkeit, mehrachsige, d.h. in der Achsanzahl unbeschränkte Fahrzeugkombinationen bis 12 t führen zu dürfen, jedoch ist der Bereich über 12 bis 18,5 t (neue Klasse CE mit Beschränkung Nr. 79 = "CE79", Erteilung auf Antrag) davon ausgenommen.

 Was ändert sich nach der Einführung des neuen EU-Führerscheins für Motorradfahrer ?

Kurz und knapp: Die bisherigen Klassen 1a und 1 sind in der neuen Klasse A aufgegangen. Prinzipiell bleibt es aber bei der Stufenregelung, d.h. die neue Klasse A (Mindestalter 18 Jahre) ist für die ersten beiden Jahre in der Leistung bis 25 KW und im Verhältnis von Leistung/Leergewicht auf nicht mehr als 0,16 KW/kg beschränkt. Nach Ablauf von zwei Jahren steigt der Inhaber automatisch in die unbegrenzte Motorradklasse auf - dies sogar ohne den bislang üblichen Praxisnachweis, der ersatzlos entfallen ist. Personen ab dem 25. Lebensjahr können sogar direkt in die unbegrenzte Motorradklasse einsteigen.


 Besteht die Gefahr meinen PKW-FS zu verlieren, falls ich durch die Motorradprüfung falle ?

Nein, so viel Strafe muß nun wirklich nicht sein! Ihr PKW-FS behält selbstverständlich seine Gültigkeit. Bei nichtbestandener Motorrad-Prüfung gilt einfach nur: Sie haben die Motorrad-Prüfung nicht bestanden und müssen wiederholen! Nicht mehr, nicht weniger.


 Ich habe die Klasse 1b (4/82) sowie die Klasse 3 (2/84). Was muss ich tun, um die neue Klasse A (unbegrenzt) fahren zu können ?

Sie erhalten bei einem freiwilligen Umtausch Ihres Führerscheins folgende neue Fahrerlaubnisklassen: A1, B, BE, C1, C1E, M und L. Dies bedeutet, daß Sie die gewünschte Klasse A erst noch neu erwerben müssen. Da Sie aber bereits über 25 Jahre alt sind, besitzen Sie die Möglichkeit, direkt in die unbegrenzte Klasse A einzusteigen. Der Vorbesitz der Klasse A1 wird Ihnen hierbei durch die Reduzierung der besonderen Fahrausbildung um insgesamt 6 Sonderfahrten angerechnet.


 Ab welchem Alter kann ich eine Mofa Prüfbescheinigung erwerben ? Und ab welchem Alter einen Roller (50ccm, 80ccm, 125ccm) Führerschein ?

Das Mindestalter zum Erwerb einer Prüfbescheinigung (Mofa) beträgt 15 Jahre. Für die Klasse M (50ccm) beträgt das Mindestalter 16 Jahre und für die Klasse A1 (125ccm) beträgt das Mindestalter 16 Jahre. Für 16- und 17-jährige ist die Geschwindigkeit allerdings auf 80km/h beschränkt. Ab 18 Jahre gibt es keine Beschränkung der Höchtstgeschwindigkeit mehr. Leichtkrafträder mit 80ccm müssen mit Klasse A1 geführt werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)- Allgemeines